Hiermit beende ich meine 7-jährige Beziehung…

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Diese Beziehung fing schon vor mehr als sieben Jahren an. Die seelische Verbindung und der starke Drang auf Nähe war schon seit Silvester 2007/2008 vorhanden. Sie das erste mal live zusehen war ein Traum, der in Erfüllung gehen musste und es sollte so kommen. Die Rede ist vom größten Indoor-Electro-Event: SENSATION.

An Silvester 2007/2008 war die SENSATION das erste Mal zu Gast in Düsseldorf in der ESPRIT Arena und wurde für ein paar Stunden live auf RTL II übertragen. Ich war hin und weg – habe es dann aber rund 1,5 Jahre wieder aus den Augen verloren. Nur durch Zufall bin ich Mitte 2009 über DJ Chuckie´s Lied „Let the bass kick“ über Youtube auf einem seiner Auftritte auf der SENSATION wieder mit der SENSATION in Kontakt gekommen. Jetzt sollte es soweit sein. Ich fragte meinen damaligen besten Freund, ob er Lust hat an Silvester 2009/2010 in Düsseldorf mit mir auf die SENSATION zu gehen. Ein paar überzeugende Videos später, konnte er nur „Ja!“ sagen und wir kauften Tickets – das war der Anfang einer 7-jährigen Beziehung die ich mit dem heutigen Tag beenden werde.

Die SENSATION ist nicht nur eine große Party oder eine festivalartige Veranstaltung. Die SENSATION ist mehr. In dieser einen Nacht wird der Besucher in eine Traumwelt hineingezogen. Eine Geschichte wird über die Nacht hinweg erzählt und die komplette Arena (meist Stadien) wird umgestylt. Bekannte DJ´s sind nur die willkommenden Nebendarsteller dieser Nacht. Auf meiner ersten SENSATION in Düsseldorf 2009 wurde ich durch die Aufbauten und der Magie überwältigt. Das Thema war „Wicked Wonderland“. Die Bühne gleichte einem Schmetterling, der um 0:00 Uhr seine Flügel ausbreitete – eine atemberaubende Bühneninstallation (siehe Video). Das war bis dato und mit der SENSATION 2010/2011 bis heute das beste Silvester in meinem bisherigen Leben.

Dass das schon 7 Jahre her ist – WOW! Mein Video (oben) wurde auch tatsächlich von „Sander van Doorn“ selbst auf seiner Facebookseite veröffentlicht. Das war der Startschuss für meinen eigenen SENSATION-Youtubekanal, den ich bis heute mit eigenen aktuellen SENSATION-Mitschnitten füttere – vorausgesetzt ich war selbst vor Ort natürlich.

Daten zu meinem SENSATION-Youtubekanal:

Nach dieser wundervollen ersten SENSATION sollte es noch besser werden.  Nachdem ich im Juli 2010 das erste Mal selbst auf einer SENSATION Premiere in Amsterdam war und das Thema „Celebrate Life“ mit als erster erleben durfte (erst danach tourt das neue Thema um die Welt), bewarb ich mich auf eine der wenigen Showact-Stellen für die Düsseldorf-SENSATION die wieder an Silvester stattfinden sollte. Und was soll ich sagen, ich wurde tatsächlich genommen. Ein weiterer Traum ging in Erfüllung. Wer kann schon behaupten, dass er auf DEM Electro-Event mit zur Show gehören durfte.

An Silvester 2010/2011 war es dann soweit. In dieser Nacht entstand unsere bis heute auf 42 SENSATION-Freunde angewachsene SENSE-Clique die aus ganz Deutschland, Australien, Tschechien und der USA kam bzw. kommt. Nachdem ich in Düsseldorf Teil der Show sein durfte, wurden ein paar von uns gefragt, ob wir nicht auch noch in Prag 2011 teilnehmen wollen – kurz: Es war wieder der Hammer! In unserer Clique die in Prag wieder als Showacts auftrat, lernte ich meine (heutige EX-) Freundin kennen, mit der ich 2,5 Jahre zusammen war. Zusammen mit ihr und weiteren Freunden sollten noch sechs weitere SENSATION-Besuche hinzukommen.

Meine SENSATION-Vita (Link führt zu meinen Mitschnitten):

 

DJ´s die ich auf den SENSATIONs erleben durfte:

Nun muss ich meine Euphorie über diese eigentlich außergewöhnlich Veranstaltung um drei Gänge zurückschalten wenn ich meinem Titel dieses Artikels irgendwie noch gerecht werden will.

Die SENSATION hat sich verändert. 2014 wurde diese Veranstaltungsreihe an ein amerikanisches Unternehmen verkauft. Seitdem ist die SENSATION nicht mehr das, was sie mal war. Die erste Show unter neuer Flagge „Welcome to the Pleasuredome“ war ganz und gar nicht ein „Vergnügen“. 10.000 Besucher mehr, eine wirklich langweilige und nüchterne Bühne und eine Unausgewogenheit in der DJ-Auswahl. Es war leider eine erste wirkliche Enttäuschung, die am SENSATION-Traumhaus gesägt hatte.

Wegen des 15-jährigen Jubiläums (die SENSATION gibt es seit 2000) veranstaltete nochmal das alte Eventteam 2015 die SENSATION und es war „phänomenal“. Die beste, beste, BESTE SENSATION auf der ich je war – ein Traum von einem Traum. Man hat wieder die alte Magie gespürt – die alte Leidenschaft – die alten Erinnerungen an die letzten Jahre sind wieder hochgekommen. Es war fantastisch.

In diesem Jahr waren die Erwartungen nicht mehr so hoch. Man wusste, dass das amerikanische Eventteam wieder übernehmen würde und befürchtete eine SENSATION wie 2014. Und ja, was soll ich sagen – es wurde nicht besser. Vielleicht wurde es sogar noch ein bisschen langweiliger als 2014. Das Geld wurde wieder zu sehr in das LineUp als in eine atemberaubende Bühne gesteckt, wofür die SENSATION meines Erachtens nach noch immer steht. Ich wurde wieder enttäuscht. So enttäuscht, dass ich jetzt einen Schlussstrich ziehe bevor ich noch weitere schlechte Erinnerungen beibehalte.

Aus diesen Gründen beende ich meine Beziehung zur SENSATION, die mich über Jahre hinweg so unglaubliches zurückgegeben hat. Die mich mit so vielen tollen Menschen aus ganz Deutschland und der Welt zusammengebracht hat. Auf der ich eine wunderbare Freundin gefunden hatte, mit der ich immer noch gut befreundet bin. Ich danke der SENSATION, die mich mit allen Drum und Dran, und das wissen auch nur die wenigsten aus der SENSE-Clique, aus einer ziemlichen Krise in meinem Leben herausgeholt hat und mir wieder zeigte, was das Leben schönes und abenteuerliches für einen bereithält. Es wird komisch sein, das nächste Jahr kein Ticket mehr zu kaufen und das erste Juli-Wochenende irgendwo woanders zu verbringen. Aber „so ischs halt“…

Ich möchte mich mit meinem absoluten Lieblingsmittschnitt von der SENSATION „Innerspace“ 2011 Amsterdam von diesem eigentlich tollen Event verabschieden. Das Video zeigt alles was ich an der SENSATION liebe. Eine atemberaubende Stage, eine fantastische Show, eine großartige Stimmung – ach seht einfach selbst:

Ich danke dir. Auf gehts in ein neues Abenteuer. Machs gut and „Celebrate Life“.

Teil 3: Ein Versprechen für den Himmel

2004

16 Jahre. Am 04. Oktober 2004 wurde ich endlich 16 Jahre alt. Nun durfte ich ein paar Alkoholsorten kaufen und ich sollte meinen eigenen Personalausweis bekommen. Man fühlte sich mit 16 Jahren schon richtig erwachsen – erstrecht auf dem Dorf. Am Abend waren meine Mutter, meine Geschwister, meine Oma, eine Tante und ich schön und gemütlich essen. Es war ein toller Abend, ich bekam viele Geschenke und war der Mittelpunkt des Geschehens.

Ich fieberte meinen Geburtstag schon lange entgegen. Nicht nur, weil ich 16 Jahre alt werden würde und wir alle zusammen essen gehen würden, sondern weil ich nach vielen Jahren endlich mal wieder eine Geburtstagsparty geplant hatte. Viele Freunde habe ich eingeladen und die meisten sagten zu. Ich freute mich sehr darauf. Die Party war am Wochenende darauf geplant und die Vorbereitungen liefen für meine Verhältnisse auf Hochtouren. Manche kamen aus meinem Dorf, aber manche mussten vom Zug abgeholt werden. Ich telefonierte tags darauf am 05. Oktober 2004 gegen 16:00 Uhr mit meiner Mutter und sie versprach mir nach nochmaligen Nachfragen, dass sie ganz sicher meine Freunde beim Bahnhof abholen würde. Nicht, dass ich ihr nicht Vertrauen könnte, nein, ich wollte einfach alles nochmal sicher durchgehen.

Nachdem ich meine Planungen für den Tag beendet hatte und meine Mutter noch arbeiten war und ich am nächsten Tag wieder zur Schule musste ging ich gegen 22:00 Uhr ins Bett. Die Zimmer meiner Geschwister und mir waren im Obergeschoss unseres Hauses. Wir hatten sogar ein eigenes Bad nur für uns, welches eine Dachschräge hatte mit einem Dachfenster mit Blick auf die Wiesen und Felder und einer langen Landstraße. Rechts und Links neben der Landstraße waren hier und da ein paar Häuser. Ich ging in das Bad, putze meine Zähne und sah in den Spiegel der das Dachfenster so spiegelte, dass ich direkt auf die Landstraße blicken konnte. Ich sah blinkende Lichter und auf einmal hörte ich auch Sirenen. So ungefähr 500 Meter Luftlinie von unserem Haus entfernt stoppten die Fahrzeuge an zwei drei Häusern an der Landstraße. Für mich war das interessant, auf dem Dorf passiert sowas nicht so oft und ich schaute mir das Spektakel ca. 15 Minuten an bevor ich dann ins Bett ging.

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“Sandro, wach auf!”, “Hallo? Wach mal bitte auf!”, es war eine Männerstimme. Diese Stimme kannte ich. Ich blickte auf und  – es war mein Vater. Drei Jahre nach dem ich meinen Kontakt zu ihm abgebrochen hatte, saß er auf einmal an meinem Bett und weckte mich nachts. Wieso hatte das nicht Zeit bis der Tag anbricht oder bis mittags? War es ein verspätetes Geburtstagsgeschenk meiner Mutter, dass ich meinen Vater mal wieder sehe? Tausend Gedanken schossen mir durch den Kopf. Tausend Gedanken bis – bis ich meinem Vater über die Schultern blickte und einen Polizisten und einen Notarzt hinter ihm stehen sah, mitten in meinem Zimmer um ca. 2:00 Uhr morgens.

“Hallo Sandro ich bin Herr XY, ich möchte gerne, dass du mal aufstehst und deinen Vater fest in die Arme nimmst!”, ziemlich mit der ganzen Situation überfordert kam ich der Bitte des Notarztes nach, ohne wirklich darüber nachzudenken, dass ich meinen Vater nach drei Jahren von jetzt auf nachher in den Armen halten sollte.

“Ich muss dir leider eine schlechte Nachricht überbringen. Deine Mutter hatte heute Abend einen Autounfall – und sie lebt nicht mehr.”

“Ok”

“Hmm”

”Und jetzt?”, dachte ich mir und wollte wieder ins Bett gehen. Diese Worte, die sich bis heute in meinen Kopf einbrennen- und mein ganzes Leben verändern sollte, waren zu diesem Zeitpunkt einfach nur gesagte Worte. In diesem Moment erkennt man, dass der menschliche Körper unglaublich ist. Der Schockzustand setzte sofort ein und sollte bis zum nächsten Tag abends andauern.

Wir liefen zusammen die Treppe hinunter ins Wohnzimmer. Der Polizist wollte wissen, wo sich meine Schwester befindet, die zu diesem Zeitpunkt rund 25 km entfernt von unserem Haus bei ihrer Freundin übernachtete. Die Nummer meiner Schwester wusste ich nicht auswendig und somit konnten wir sie nicht erreichen, aber ich wusste, wo ihre Freundin wohnte. Wir fuhren hin. Wir gingen also aus dem Haus. Es spielte sich alles in Zeitlupe ab. Zwei Wagen der Polizei, einen Krankenwagen alle mit leuchtend blinkenden Lichtern in der Dunkelheit der Nacht warteten vor unserem Haus. Ich lief die Treppe hinunter bis auf den Parkplatz unseres Hauses und stieg in ein Polizeiwagen ein.

Die letzten Worte am Telefon meiner Mutter zur mir waren: “Ich verspreche es dir!”, und legte auf. Dieses Versprechen sollte sie nicht mehr einhalten können.

Teil 2: Du bist nur noch zweitrangig

2001

Wir spulen ungefähr ein Jahr vor. 2001. Die Tränen über den Auszug des Vaters sind schon eine Weile weggewischt. Er hat eine eigene kleine Wohnung ca. 40 Kilometer von uns entfernt gefunden. Seit dem morgen mit der Trennungsnachricht schlief mein Vater nur noch im alten Zimmer meines älteren, schon ausgezogenen Bruders. Es war komisch das zu sehen. Es wurde aber ruhiger. Nicht mehr so viele Streitigkeiten, meine Eltern gingen sich nun offiziell und ganz offensichtlich mehr oder weniger aus dem Weg. Es war ruhiger, aber nicht schöner.

Die neue kleine Wohnung meines Vaters war unter dem Dach eines Mehrfamilienhauses. Jedes zweite Wochenende besuchte ich ihn. Manchmal sahen wir uns auch an dem anderen Wochenende wenn ich ein Fußballspiel hatte und er zugesehen hatte, aber das war selten. Eigentlich war es nur zwei oder dreimal. Ein halbes Jahr nach dem Auszug kam er dann gar nicht mehr zuschauen. Wir sahen uns zwar meistens noch jedes 2. Wochenende aber irgendwas war anders.

Mein Vater arbeitete seit rund 20 Jahren als Mechaniker bei einer größeren Firma in einer größeren Stadt, die nochmals rund 30 Kilometer von ihm entfernt war. Er fuhr diese Strecke jeden Morgen eines Wochentags hin und Abends wieder zurück. Seit 20 Jahren. Er hatte also diesen Lieblingsbäcker bei dem er immer vorbeifuhr und sich für den Tag eindeckte. Diesen zeigte er mir eines Tages als wir zufällig vorbeifuhren. Wir kauften eine Brezel für mich und einen Kaffee für ihn. Er sagte mir, ich solle schon mal ins Auto, er käme gleich nach und müsste nur noch kurz was mit der Bäckereiverkäuferin besprechen, die er ja schon länger kennt. Ich wartete. Ich wartete rund 1,5 Stunden und dann kam er endlich. Ich wusste, irgendwas war da doch komisch aber ich verstand noch nicht genau was es war – ich war wohl noch zu jung dafür.

Es verging noch eine Weile bis er offen sagte, dass er eine neue Freundin hatte – es war die Bäckereiverkäuferin. Seit diesem Tag gab es keine richtige Vater-Kind-Beziehung mehr. Sie war immer dabei, bei jedem Vater-Kind-Besuch am Wochenende holten wir sie auch dazu. Langsam aber sicher merkte ich, dass ich nicht mehr der Mittelpunkt war wenn ich am Wochenende zu ihm kam. Das tat weh. Eine solche Zurückweisung habe ich bis dato noch nicht erfahren müssen – und die Premiere bescherte mir mein eigener Vater. Das Verhältnis zwischen mir und meinen Vater wurde immer schlechter. Die neue Freundin drängte sich immer mehr zwischen mich und ihn – mit Erfolg, er ließ es gewähren. Es ging soweit, dass ich mich dazu entschied, den Kontakt abzubrechen um mich selbst vor weiteren Enttäuschungen zu schützen. Das war gegen Ende 2001, der Kontaktabbruch hält bis heute an.

12 Jahre später, kann ich endlich Juve im Finale sehen

Warum ich Juve-Fan geworden bin? Keine Ahnung…oder doch?

Ganz ehrlich? Ich kann mich nicht daran erinnern wieso ich Juventus-Fan geworden bin. Ich war noch nie dort im Stadion, hatte noch kein Spiel live gesehen und mein italienischer Part meiner Eltern war auch kein Fan von Juventus sondern von Inter Mailand. Ich hatte also keinen Grund Juve-Anhänger zu werden. Und doch bin ich es, seit ca. 18 Jahren.

Wahrscheinlich gibt es aber doch einen Grund. Er lautet: Alessandro Del Piero. Noch bevor ich überhaupt irgendeinen Namen eines Spielers in Deutschland mit seinem Aussehen in Verbindung bringen konnte, konnte ich es bei Alessandro Del Piero. Er hat sich damals womöglich mit seinem fussballerischen Können und seinen sympatischem Wesen bei mir eingebrannt. Zu dieser Zeit spielte er schon für Juve und dann kam wohl eins zum anderen. Aber nicht er war bis zum Ende seiner Juve-Karriere mein absoluter Lieblingsspieler, sondern Edgar Davids. Bekannt durch seine Dreadlocks und seine Sportbrille, die er seit seiner Augenverletzung bis zum Schluss seiner Fussballkarriere auf hatte. Ein echtes Markenzeichen.

Mit der Zeit kamen und gingen Lieblingsspieler die für Juve spielten. Neben Davids waren es noch Zambrotta und Nedved. Aus der aktuellen Mannschaft ist es Lichtsteiner. Einfach ein unglaublicher Kämpfer und starker Rückhalt in der Abwehr.

Vor 12 Jahren standen sie schon im Finale – und ich durfte es nicht sehen

Juventus Turin steht nach 12 Jahren wieder im Finale der Champions League. In diesen 12 Jahren ist so unglaublich viel passiert. Nicht nur bei Juventus selbst durch den Zwangsabstieg 2006 und dem damit verbundenem Verlust einiger richtiger Leistungsträger: Cannavaro, Ibrahimovic oder auch Thuram und Zambrotta. Die letzteren Beiden wechselten damals zum morgigen Finalgegner Barcelona. Auch bei mir privat hat sich das Leben in den letzten 12 Jahren um 720 Grad gedreht. Trotzdem ist eines geblieben, ich bin immer noch Juve-Fan und habe bei den Tiefen mitgelitten und bei den Höhen mitgefeiert.

Nur eines bleibt immer im Kopf. Das verloren gegangene Finale 2003 in Manchester gegen den AC Milan nach Elfmeterschießen. Aber nicht das sie verloren haben, hängt mir so stark hinterher, sondern die Tatsache, dass ich das nicht sehen durfte. Ich habe wohl irgendeinen Mist an diesem Tag gemacht und durfte das Spiel dann nicht anschauen – es war eine Qual.

Morgen ist es soweit. Juventus Turin – FC Barcelona – Uff, ich bin aufgeregt 🙂


Nun soll es wohl soweit sein. Morgen. Nach 12 Jahren. Am 06.06.2015 werde ich endlich ein Champions League Finale anschauen können, in dem Juventus Turin spielt. Es wird schwer. Es wird hart. Aber ganz egal wie es ausgeht, Juventus hat sich in den letzten Jahren wieder hochgespielt und niemand hatte mit Ihnen gerechnet. Das Finale ist schon ein Gewinn genug. Und wehe es kommt wieder irgendwas dazwischen. 😉

 

Teil 1: Wenn du dein Lieblingsbrot nicht runterbekommst

Im Jahre 2000.

Es war so ungefähr 9:30Uhr oder auch 10Uhr. Meine Mutter rief mich und meine Schwester zum Frühstück hinunter. Wir hatten ein mittelgroßes Haus neben Wiesen und Felder in einem 4000 Einwohner-Dorf. Der perfekte Ort um eine schöne Kindheit zu erleben. Sogar einen eigenen Skilift mit drei Abhängen für verschiedene Schwierigkeitsgrade hatten wir. Und es war schon fast unmöglich keine Lust aufs Ski- oder Snowboardfahren zu bekommen. Jedes Kind wuchs sozusagen damit auf. – Aber nun wieder zurück.

Ich lief die Treppe mit schnellen Schritten hinab um meinen eigenen Rekord, wie bei jedem Hinabsteigen, nochmals zu übertreffen. Meine Eltern warteten schon am Esstisch als ich ins Esszimmer hinein kam. Meine ältere Schwester kam kurz nach mir. Der Tisch war mit allem gedeckt, was man zu einem schönen Frühstück an einem Sonntag so braucht. (Es kam nicht so oft vor, dass wir zusammen frühstückten.) Ich freute mich. Es gab sogar mein Lieblingsaufstrich: Erdnussbutter. Ich schmierte mir mein Brot und aß einen Bissen, herrlich. Ich liebe den Geschmack von streichbaren Erdnüssen und den Geruch – perfekt. Heutzutage esse ich das auch noch sehr gern, trotzdem werde ich nun von diesem Drang nicht zu viel Fett zu mir zu nehmen immer wieder überzeugt und lass es dann im Regal stehen. Kindern ist das egal, Hauptsache es schmeckt.

Trotz all der Freude war ein komischer Nebel von Unausgesprochenem in der Luft und ich merkte das. Meine Eltern waren irgendwie ungewöhnlich sachlich und wortkarg. Als ich den zweiten Bissen im Mund hatte, verwandelte sich der sachliche Dialog plötzlich in einen sehr emotionalen aber trotzdem bedachten Dialog meiner Mutter.

„Ihr habt ja gesehen, dass sich euer Vater und ich in letzter Zeit immer mehr gestritten hatten. Wir haben bemerkt, dass wir nicht mehr so gut miteinander auskommen wie es bisher immer war. […] Deshalb werden sich euer Vater und ich voneinander trennen. Das alles hat aber nichts mit euch zu tun. […] Wir sind immer noch eure Eltern und das wird auch immer so bleiben.“

Ich schaute meine Schwester mit einem fragendem Blick an. Ich wollte wohl bei Ihr mit Hilfe ihrer Mimik erkennen können, was dieses gerade Gesagte wohl für einen Bedeutungsgrad hat. Sie war ganz still und machte gar nichts. Ich war verwirrt. Mir schossen 100 Gedanken durch den Kopf, aber als erstes sollte ich noch den letzten Bissen hinunterschlucken der sich aber wie ein Stein anfühlte – ich bekam diesen schließlich mit ziemlich viel Kraft hinunter. Als dies geschehen war kam in mir langsam aber sehr bestimmt dieses eine Gefühl hoch, wenn man eine schlechte Nachricht bekommt.

Es war soweit. Meine bis dahin wirklich ausgesprochen makellose Kindheit mit allem drum und dran hatte einen massiven Knick bekommen. Zum ersten Mal fragte ich mich: „Wieso ich? Wieso meine Eltern?“ Zum ersten Mal empfand ich einen wirklichen Schmerz.